Ekstase (Psychologie) Beschreibung Ekstase (Psychologie)  
 
   
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Ekstase

Dieser Text beschreibt Ekstase.


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Ekstase Artikel

Der Begriff Ekstase (von griech.: ekstaseo = aus sich heraus treten, außer sich sein) genannt eine Zustandsveränderung des Bewusstseins zu gleichermaßen höchster Hingabe und höchstem Aufnahmevermögen.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Die Anderswelt-Reise. Praxisbuch Schamanische Reise. Ausgezeichnetes Handbuch für die schamanische Praxis Axel Brück, der sich seit rund 40 Jahren mit Schamanismus beschäftigt und auch ein Schamanismus-Institut ("Megin-Tor") leitet, hat mit seiner "Anderswelt-Reise" ein ausgezeichnetes Handbuch vorgelegt, das sowohl durch seine theoretische Fundierung als auch durch seinen klaren Aufbau und die plastische,...

Allgemein

Ekstatische Erfahrungen sind durch die gesamte Geschichte und Kultur der Menschheit sowohl als individuelle wie auch kollektive Erscheinungen verbreitet. Ekstatische Erfahrungen werden gesucht. Neben häufigen Formen religiöser Ekstase gab es auch philosophische Ekstatiker. Heute wird Ekstase häufig auf direktem "synthetischen" Wege gesucht, d.h. ohne Vermittlung etwa durch religiöse Zeremonien oder meditative Praktiken (die ihrerseits freilich stets mit Musik- bzw. Drogenkonsum verbunden sein konnten), sondern durch Musik- und Rauschmittelkonsum allein. Zwei unterschiedliche Wege können zu dem gleichen Absicht führen. Beide sind als Wege der Mystik in der Geschichte gleichermaßen gegangen worden, gewissermaßen komplementär. In der Gegenwart zeichnet sich eine Reduzierung auf einen Weg ab.

Buch-Tipp: Ekstase der Liebe. Sehr schönes Buch! Dieses Buch fand ich sehr schön. Es wurde wundervoll beschrieben. In dem zweiten Teil geht es um Alex Zwillingsbruder Patrick, und Charlottes beste Freundin Sophie. Auch dieses Buch kann ich ca. wärmstens empfehlen.

Ekstase durch Minderung

Alle Erfahrungen natürlicher Einschränkung erscheinen dem Ekstatiker auf diesem Weg förderlich:

Ekstatiker begreifen dieses als Voraussetzung, aus dem eigenen Selbst herauszutreten, leer zu werden, damit der Träger der ekstatischen Erfahrung (ein Dämon, Jesus, Gott) stattdessen Platz nehmen und Besitz von dem Individuum ergreifen kann. Sie erfahren dieses als Befreiung von Dämonen, Krankheiten und Belastungen.

So gelten östlich-buddhistische Ekstaseerfahrungen als minimalistisch bewirkte Erfahrungen.

Buch-Tipp: Erleuchteter Sex. Ekstase als spiritueller Weg (Arkana) Ratgeber für Sex jenseits schlichter Triebbefriedigung Dieses Buch ist ein Leitfaden für alle, die ihr Sexleben reicher gestalten wollen. In vier Teilen (Energiefluss, Orgasmus, Variationen und Übüngen) nähert sich der Autor dem Thema auf sehr achtsame und einfühlsame Weise. Triebhafter, energieraubender Sex ist nach Ansicht des Autors dabei...

Ekstase durch Steigerung

Ebenso vermögen zahlreiche sensorische Reize identische ekstatische Erfahrungen auszulösen. Dazu zählen:

  • Musik,
  • Tanz,
  • Trommeln ,
  • Gesänge,
  • Lichteffekte oder berauschende Getränke.
  • Dazu tritt auch in dem Westen die in traditionellen Kulturen verankerte Praxis des Drogengenusses mit natürlichen wie auch synthetischen (Ecstasy(!)) Rauschmitteln.
Buch-Tipp: Schamanische Ritualmusik. ... und die Kraft der Klänge Ein rundum gelungenes Buch. Axel Brück strahlt in dem Schreibstiel eine unwiderstehliche Faszination aus. Dieses komplizierte Thema so kristallklar rüberzubringen ist eine Kunst. Das Buch ist ebenso überschaubar und nicht überfrachtet. Sehr interessant ist das Literaturverzeichnis. Die beigefügte CD rundet das Gesamtbild ab. Die Musik fasziniert,...

Ziel: Der ekstatische Höhepunkt

Um die Absicht der Ekstase zu erlangen, wurden verschiedene abstufende Systeme erarbeitet. Es gibt eine höchste Stufe der Ekstase. Diese sieht man in dem östlich-asiatischen Bereich in dem tiefsten Nichts, dem Nirvana (siehe Yoga); in dem mehr westlichen Bereich ganz in dem Gegensatz dazu in dem höchsten Genuss (der Vergottung ). Erotisch-orgastische Erfahrungen stimmen mit ekstatischen Erfahrungen überein.

Die Erfahrung der Ekstase reicht von Momenten tiefster Verzweiflung bis zu überschäumender Lebensfreude. So werden - wie Ekstatiker berichteten - symbolhaft Erlebnisse von Tod oder Geburt nacherlebt.

Buch-Tipp: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Eines der wenigen wirklich guten Bücher zu dem Thema. Frei von esoterischem Blabla weil ethnologische Abhandlung. genaugenommen ein "Reizbuch" für alle Esoterikjünger und Pseudoschamanen weil es real und unverfälscht aufzeigt was Schamanismus ist und wer diesen zu praktizieren in dem Stande ist. Da wird eines ganz schnell klar: Alles Andere, von Harner...

Überblick

Buch-Tipp: Tantra oder Die Kunst der sexuellen Ekstase. Ein Standardwerk für jeden Mann und jede Frau Das Buch öffnet Ihnen einen neuen sexuellen Horizont,partnerschaftlich, leidenschaftlich, sinnlich. Eine Abkehr vom schnellen oberflächlichen Sex der Pornoindustrie, ein Zurück zu dem Menschsein.

Die Himmelsreise der Schamanen

Schamanen erreichen in dem Traum einen visionären Zustand, währenddem sie eine Reise in den Himmel oder in die Unterwelt unternehmen. Einige benutzen dazu pflanzliche Drogen wie Peyote und Cannabis, andere Rituale wie Musik, Trommeln oder Tanz.

Buch-Tipp: Tantra. Energie und Ekstase. Tantra hat nichts mit schönen Gefühlen zu tun Osho war kein Pseudomeister - und einzig Osho hat den Weltruf des unbestreitbaren erleuchteten Meisters in dem letzten Jahrhundert genießen dürfen. Tantra ist auch keine Geheimlehre gewesen, sondern wurde an allen Höfen Indiens offen unterrichtet und hat eine Jahrtausende alte Tradition - gerade Osho...

Ekstase in dem Altertum

Buch-Tipp: Zeit für Liebe. Sex, Intimität und Ekstase in Beziehungen Die Entdeckung der Langsamkeit Diana Richarson zeigt sehr feinfühlig und verblüffend offen einen nachvollziehbaren Weg zu meditativem, langsamem und empfindsamem Sex. Die neun Schlüssel zur Liebe sind lesenswert auch für den, der sie nicht alle, sondern ca. einige davon benutzen will. Durch das Nachspüren ihrer spirituellen Erotik werden diejenigen,...

Der Dionysoskult

Dionysos (Bacchus), einer der ältesten und beliebtesten griechischen Götter, gilt als Bringer ursprünglicher ekstatischer Erfahrungen durch berauschenden Wein oder erotischen Genuss Satyrspiel. In dem Gegensatz zu Herakles, dem Sinnbild der Askese verkörpert Dionysos den höchsten ekstatischen Genuss. Aufgepeitschte Wildheit äußert sich sowohl bei Männern in den Bacchanalien wie auch bei Frauen, die als wilde Mänaden lebendige Opfertiere zerreißen. Später wird Dionysos bei den Mystikern der Orphik als die Hauptgestalt des Erlösers verehrt.

Buch-Tipp: Zeit für Weiblichkeit. Der tantrische Orgasmus der Frau Bereicherung mit ein paar Fragezeichen Exakt wie das Buch "Zeit für Liebe" eine grosse Bereicherung für mich und meine Sexualiät als Frau (siehe meine Rezension zu diesem Buch). Einen Stern Abzug mache ich für die doch recht starken Bewertungen in Bezug auf "normalen Sex", der für mich auch seinen Platz und seine Berechtigung hat und das immer...

Das Heiligtum von Delphi

Aus Delphi sind sowohl Schilderungen von Massenekstasen der Thyaden überliefert, als auch Einzelekstasen . Pythia berauscht sich an den aus der Erdspalte steigenden Dünsten, um dann Orakel zu verkünden.

Auch der Attiskult wie der Isiskult zählen ekstatische Erfahrungen zu ihren Grundelementen. Insbesondere die Mithrasliturgie schildert ekstatische Erfahrungen in Form von Entrückungen und Vereinigungen mit der Gottheit, die wie der Atem ein- und ausgestoßen werden. Ebenso zählen Philo als auch der Neuplatonismus zu den Schöpfern ekstatischer Methoden.

Als philosophische Ekstatiker begegnen Heraklit, der sich der rasenden Sibylle zuwandte sowie Plato, der die Quelle der Kunst in der enthusiastischen Entrückung fest macht.

Ekstase in dem Judentum

Das Alte Testament schildert die ekstatische Vision des geöffneten Himmels, die dem Erzvater Jakob auf der Flucht vor Esau zuteil wird. Es kennt die Gestalt des Nabi , und anderer "exzentrischer" ekstatischer Propheten, denen Visionen zuteil werden, aufgrund deren sie weissagen. Auch Ekstatikerinnen (Debora) werden geschildert. Auch die großen Propheten , allen voran der in Babylonien aktive Ezechiel, berufen sich auf Visionen und Auditionen. (Jes. 6, Jer. 1, Ez. 1.). Die Schilderungen der Apokalyptik basieren wesentlich auf ekstatischer Erfahrung (Daniel (Buch)).
Auch das rabbinische Judentum kennt ekstatische Züge und insbesondere der Chassidismus schildert intensive Ekstaseerfahrungen, wobei Baal Schem Tow als wichtigster Ekstatiker gilt.

Ekstase in dem Islam

Mohammed schildert zahlreiche Entrückungen bzw. Himmelsreisen. In seiner Nachfolge haben die schiitischen Trauerreligion und die mystischen Orden der Sufis mit ihren asketischen Praktiken (Tänzen, Selbstgeißelungen, Gesängen) systematische Voraussetzungen für ekstatische Erfahrungen geschaffen.

Ekstase in dem Christentum

Bibel und Alte Kirche

Johannes der Täufer wird vom Neuen Testament als asketischer Ekstatiker geschildert. Von Jesus werden Verzückungserlebnisse um seine Taufe (Mk 4) oder seine Verklärung Mk 9 berichtet. Ob sie als direkte ekstatische Visionen zu verstehen sind, wird teilweise bezweifelt.. Ab dem Urchristentum bricht die Ekstase sich kraftvoll Bahn. Mit dem Pfingstereignis wachsen Visionen und Auditionen an begleiten die ersten Märtyrer (Stefanus ). Der Apostel Paulus, selbst seit seiner Bekehrung lebhafter Ekstatiker, lehnt eine Überbetonung dieser Erfahrungen ab.

Die Alte Kirche wie auch die häretischen Bewegungen (z.B.: Montanus) kennen zahlreiche teilweise außergewöhnlich aggressiv auftretende Ekstatiker. Polykarp von Smyrna sah in dem Traum sein Kopfkissen in Flammen stehen, worauf er sein Martyrium prophezeite.

Das Mönchtum

praktiziert asketische Übungen, um ekstatische Erfahrungen zu machen. Es entsteht gleichsam mit dem Ende der Christenverfolgungen, als das durch das Martyrium als Quelle ekstatischer Erfahrung keine Rolle mehr spielt. Der Mönche übernimmt stellvertretend die Rolle des Märtyrers, wodurch ihm ekstatische Erfahrungen intensiver Gottesnähe zuteil werden.

Die um 500 verfassten Schriften des Dionysius Areopagita - ein ganzes Jahrtausend als quasiapostolisch geschätzt - beschrieben Ekstase als Heraustreten aus sich selbst und zu dem Gehobenwerden hin zu dem überwesentlichen Strahl des göttlichen Dunkels Quelle (http://www.uni-potsdam.de/u/slavistik/vc/nfranz/Texte/Autoren/d/DionysiusAreopagites/MystischeTheologie.htm).

Die Mittelalterliche Mystik

findet z.B.: in Bonaventura 1221-1274 einen Führer durch die ekstatische Erfahrung, die er einstuft als:
Feuer, Salbung, Ekstase, Kontemplation, Verkostung, Ruhe, Herrlichkeit ("gloria").

In der Ekstase werde die Seele durch den "betörenden Duft der vorausgehenden Salbung hingerissen und aller leiblichen Empfindungen entrückt".
Den flämischen Gelehrten Jan van Ruysbroek nannte man aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit dem Phänomen der Ekstase den doctor ecstaticus.
Auch Franz von Assisi zählt zu den Empfängern in Ekstase erfahrener Offenbarungen.
Das gesamte Mittelalter wird durch zahlreiche inspirierte Gruppen gekennzeichnet, die sich zwischen Kirche und Häresie bewegen.

Die Frauenmystik , besonders die deutsche Mystik beschrieb die Höhepunkte ekstatischer Erfahrung in dem Wesentlichen mit Hilfe erotischer Kategorien. Hier finden entsprechende Passagen des Hohelied Aufnahme und Reflexion
Ekstatische Frömmigkeit und hingebende Verliebtheit verschmelzen bei Mechthild von Magdeburg 1210 - ungefähr 1285

O Du gießender Gott in Deiner Gabe!
O Du fließender Gott in Deiner Liebe!
O Du brennender Gott in Deiner Begier!
O Du schmelzender Gott in der Einigung mit Deiner Geliebten!
O Du ruhender Gott an meinen Brüsten, ohne den ich nicht sein kann!

oder:

""O Herr, minne mich gewaltig, häufig und lang. Je öfter du mich minnest, umso reicher werde ich. Je gewaltiger du mich minnest, um so schöner werde ich. Je länger Du mich minnest, umso heiliger werde ich hier auf Erden."

Ähnliche Erfahrungen und Sehnsüchte schildern Frauen wie Mechthild von Magdeburg und Gertrud die Große oder Männer wie Johannes vom Kreuz oder Bernhard von Clairvaux.

Der Mystiker Meister Eckhart (1260-1328) prägte für das Fremdwort Ekstase die deutschen Äquivalente Verzückung bzw. Entzückung.

Reformation und Gegenreformation

Der linke Flügel der Reformation verstand die in dem 15. Jahrhundert aufbrechenden ekstatischen Erfahrungen als geistliche Legitimation für sein Vorgehen gegen die etablierte Kirche. Wenn Martin Luther auch die mystische Theologia Deutsch veröffentlicht hatte, stand er der Wucht dieses Phänomens, das in Thomas Müntzer seinen theologischen Wortführer fand, verständnislos und mit völliger Ablehnung gegenüber. In reformatorischer Rationalität prägte er für vom Enthusiasmus inspirierten Ekstatiker die abwertende Nennung "Schwärmer".

Um so mehr fand die aufkommende Gegenreformation in dieser Situation einen für ekstatische Erfahrungen bereiten Nährboden, im zahlreiche Ekstatiker und Ekstatikerinnen Wurzeln schlugen. Die wichtigste scheint Theresa von Avila (1515-1582), die in der religiösen Ekstase der Unterschied zwischen geistlicher und körperlicher Hingabe nahezu aufhob: "Es gibt ca. eine Liebe", und eine Stufenfolge schuf von der "Vereinigung" über die "Verzückung" bis hinauf zur "Liebeswunde". Der Bildhauer Gian Lorenzo Bernini hat dieses unzweideutige Ineinanderfallen von körperlichem und geistlichem Lustgefühl in der Statue der Heiligen Theresa zu dem Ausdruck gebracht und durch einen auf sie gerichteten Speer zusätzlich unterstrichen. Bild (http://www.unf.edu/classes/saints/images/sttheresa-bernini-2.jpg)

Religiöse Ekstase in der Neuzeit

Zu den großen deutschen Ekstatikern zählt u.a. der von seiner Kirche ungeliebte Protestant und Schuhmacher Jakob Böhme, der auch in seinen ekstatischen Schilderungen Frömmigkeit und Erotik verschmolz:

"die züchtige Jungfrau...wird dich führen zu deinem Bräutigam, der den Schlüssel hat zu den Toren der Tiefe... der wird dir geben von dem himmlischen Manna zu essen: das wird dich erquicken und du wirst stark werden und Ringen mit den Toren der Tiefe. Du wirst durchbrechen als die Morgenröte."

Im England des 17. Jahrhunderts war es der Visionär , Ekstatiker und Wanderprediger George Fox , der Massenekstasen auslöste, die sich in Gestalt eines Zitterns äußerten, wonach die von ihm gegründete Gemeinschaft der Freunde Quäker (v. quake) genannt wurden.

Für John Wesley und die methodistische Mission bildeten Ekstasen einen Prüfstein ihres Missionserfolges, über deren Heftigkeit und Stärke sich Wesley während seiner Erweckungsreden akribische Notizen anfertigte. Bei den Anfang des 19. Jahrhunderts ausgelösten Gruppen- und Massenekstasen während der methodistischen Camp-Meetings in den Vereinigte Staaten Amerika wurden insbesondere Frauen und Afroamerikaner berührt.

Ekstase - Symbol oder Wirklichkeit?

Frauen erweisen sich - durch die Geschichte und global - nach ekstatischen Erfahrungen in besonderer Weise als die Geliebten Gottes, wie die Tradition des Hieros gamos, oder rätselhafte Erzählungen wie Genesis 6,1-4 u.v.a. belegen. In dem Voodoo feiern Frauen Götterhochzeiten, bis hin zur Ausstellung von Trauurkunden und der Geburt von Geisterkindern. Nicht stets sind diese mystischen Ekstasen Sublimierungen und "rein symbolisch" (Walter Nigg ).
In Kudagama (Sri Lanka) strömen besessene Frauen auf der Suche nach Heilung zu dem katholischen Schrein. Bei dem Exorzismus wird der Dämon vertrieben, indem er mit Christus mystisch seinen Platz vertauscht. Dabei "umklammern die Frauen den Schaft des hl. Kreuzes mit den Beinen und masturbieren darauf" (Stirrat, 1997) Absicht ist, dass die Durchdringung durch Christus und der Orgasmus zusammenfallen. In diesem Fall gibt es keine symbolische Sublimation. Erotik und Religion fallen in der Ekstaseerfahrung ineinander. Die Grenzen zwischen Symbolik und Wirklichkeit - in der Ekstase werden sie relativ.=Ekstase in der Psychologie= Die Bewusstseinslage trägt in diesem Zustand den Stempel des Traumhaften, es können Offenbarungen erlebt werden. Die Ekstase entsteht bei übermäßig starkem Affekt in religiöser Entzückung, Tanzexzessen und als Zustand höchster Beglückung bei Angst-Glücks-Psychosen (nach Leonhard).

Ähnliche Bilder sind auch bei Haftpsychosen und bei hysterischen Ausnahmezuständen möglich, hier aber mit deutlichen psychogenen Halluzinationen.

In desorientiertem Dämmerzustand bei Epileptikern sieht man gelegentlich ekstatische Entrückungen, unter Umständen mit kriminellen Handlungen. Die Kranken sehen den Himmel offen, verkehren mit Abwesenden, hören sphärische Musik, empfinden die wunderbarsten Gerüche und Geschmäcke und ein nicht zu beschreibendes sexuell gefärbtes Entzücken, das den ganzen Körper durchzieht.

In unerträglichen, psychisch belastenden Situationen kann man bei Schizophrenen geradezu eine Flucht in den Dämmerzustand sehen. Es wird eine andere Welt mit direkter Wunscherfüllung herbeiphantasiert. Auch hierbei ist ein ekstatischer Charakter der abnormen Wahrnehmung und Beobachtung möglich.

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